Andere willkommen heissen, reich werden

Von Andrew Luisi & Chagit Lyssy

Andere willkommen heissen ist an und für sich schon eine schwierige Aufgabe, doch Miki Joelson glaubt, dass dies essenziell ist, um Beziehungen zu fördern und starke Bindungen zwischen Palästinensern und Israelis zu erzeugen. Miki arbeitete zwei Jahre lang als Leiterin des Programms “Faith to Faith/Face to Face“ (auf Deutsch: “Glaube gegenüber Glaube/Gesicht gegenüber Gesicht“), ein Partnerprojekt des Auburn Seminars in New York mit dem ICCI, und ist jetzt ein aktives Mitglied des ICCI Ehemaligen-Vereins für jüdische und palästinensische Jugendliche und junge Erwachsene für friedliche Koexistenz. Als jemand, die als Koordinatorin von Programmen und Events zur Förderung inter-religiöser Zusammenarbeit und Bewusstsein gearbeitet hat, vertrat sie den ICCI an der neunten Generalversammlung der Religionen für den Frieden in Wien, wo sie über ihre Arbeit mit ICCI zur Förderung von Einschliesslichkeit und dem Streben nach Koexistenz sprach.

Ein wichtiger Teil des Willkommenheissens besteht darin zu akzeptieren, dass jede Person verschieden ist. Deshalb ist es essenziell, ein “Lernumfeld“ zu ermöglichen und nie an den Vorurteilen dem anderen gegenüber festzuhalten. Wenn man über andere lernt, lernt man häufig auch etwas über sich selbst. “Du musst nicht mit deinem Partner einverstanden sein um mit ihm einen Dialog zu führen“, sagt Miki, “durch den Dialog erreicht man echte und persönliche Beziehungen.“ Sie ist der Meinung, dass die Beziehungen durch neue Dialoge und Projekte gepflegt und gestärkt werden.

Viele Leute, die noch nie die andere Seite kennengelernt haben, machen in einer Dialogsituation starke Verallgemeinerungen. Wenn Aussagen wie zum Beispiel “alle Palästinenser denken…“ oder “alle Israelis glauben…“ anstatt “ich als Palästinenser…“ oder “ich als Israeli…“ gemacht werden, werden diese Verallgemeinerungen noch mehr verstärkt. Miki glaubt, dass es keinen Raum zum Wachsen und vom Anderen Lernen gibt, wenn Leute an ihren Verallgemeinerungen festhalten. “Wenn man den Anderen trifft und die Welt durch seine Augen sieht, verlieren diese Vorurteile jegliche Aussagekraft “, sagt Miki.

Inter-religiöser und inter-kultureller Dialog liegen Miki am Herzen. Sie sieht es als ihre persönliche Verantwortung als israelische Jüdin, die Augen derer zu öffnen, die durch ihre Engstirnigkeit erblindet sind. “Meine Beteiligung im Dialog hat meine Welt bereichert und mir die Augen gegenüber den Meinungen anderer geöffnet“, teilte sie mit einem Lächeln mit.

Miki sieht es als ihre Pflicht, bei der Kreation und der Aufrechterhaltung einer substanziellen und sensiblen Jugendgemeinde für Palästinenser und Juden mitzuhelfen. Diese Gemeinde soll sowohl an sozialen als auch an erzieherischen Änderungen interessiert sein um anderen zu erlauben, ihre eigene Identität beizubehalten. Bei der Umsetzung dieser Idee in die Realität zeigt Miki, dass Taten mehr zählen als Worte.

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